Wow, jetzt sitze ich hier und weiß auch nicht...

Seit Wochen arbeite ich an Vollkommen Unvollkommen. Kurz: Unvollkommen, ganz kurz: UN.

Ich habe die Stühle für die VIP-Treffen gekauft, habe ewig gesucht, bis ich etwas Bezahlbares gefunden habe, das mir auch wirklich gefällt und auf dem es sich einfach super gemütlich sitzt.

Ich habe ewig über den Wandfarben und dem Konzept gesessen. Als technisch vollkommen unbegabter Mensch hat die Homepage entsprechend gedauert. Der Stanford-Kurs ist abgeschlossen, die anderen Kurse habe ich abgeschlossen oder sie laufen.

Und jetzt sitze ich hier und habe einfach Angst.

Warum? Ja, warum nur?

Weil ich nicht gerne sichtbar bin.

Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, aber eine Webseite, die jeder lesen kann? Eine Seite, die vielleicht Ansprüche in den Köpfen weckt, denen ich nicht gerecht werden kann?

Erklären müssen, warum ich, die selber auf der Reise ist, ein Zentrum zur Gewichtsabnahme eröffne?

Warte, was? Gewichtsabnahme?

Nein, Liebelein, nicht Gewichtsabnahme.
Body Recomposition.

Weil ich es satt habe, über eine fucking Zahl auf der Waage definiert zu werden.

Ich bin es müde und leid, eine Waage bestimmen zu lassen, wie ich mich den Tag über fühle. Ich bin es müde, einem Ideal nachzulaufen, dem ich nie, niemals entsprechen werde, weil mein Körper anders ist.

Aber weißt du was?

Ich will Muskeln.

Ich will ohne Probleme einen Kasten Wasser die Treppen hochkriegen, ohne dass ich Schnappatmung kriege.

Ich möchte morgens aufstehen und meine Muskeln spüren, die mich an das gestrige Training erinnern.

Ich will mit 50 meinen persönlichen Glow-up erleben.

Ich will mit Menschen zusammenarbeiten, die sich selber so wichtig nehmen und respektieren, dass sie ihrem Körper das geben, was er braucht, und sich nicht kaputt machen, damit sie irgendeinem Bild entsprechen, das von Leuten gemacht wurde, die sie nicht mal kennen.

Und weißt du was?

Ich glaube, jetzt habe ich gerade keine Angst mehr, weil ich weiß, dass das irgendjemand lesen wird, der versteht, wie es ist, Angst zu haben, der weiß, wie es ist, nicht in ein Schönheitsideal zu passen, der weiß, wie es ist, einfach gesund sein zu wollen, der weiß, wie es ist, Angst zu haben, sich selber wieder zu enttäuschen.

Und weißt du was?

Es ist okay, Angst zu haben.

Es ist okay, sauer zu sein über die ganze Ungerechtigkeit.

Es ist okay, traurig zu sein, weil man sich selber verraten hat.

Es ist total okay. Wirklich.

Und trotzdem stehen wir jeden Morgen auf und geben nicht auf.

Wir sind alle vollkommen unvollkommen, jeder auf seine einzigartige Art und Weise.

Und du bist nicht allein, ich bin nicht allein und zusammen schaffen wir das.

Aller Anfang ist schwer, immer und immer wieder, aber auch das wird werden.

Ich denk an dich und glaube an dich.

Deine Maya ❤️